Leser­brief an Merkur

Sehr geehr­ter Herr Horsch,

vielen Dank für den Bericht und Ihren Kom­men­tar zur Grund­ren­te vom 5. Nov. 2019.

Mit Ver­wun­de­rung muss ich daran erin­nern, dass bei der Anglei­chung der Müt­ter­ren­te keine Geld­mit­tel vor­han­den waren. Auf einmal hat man viele Mil­li­ar­den Euro zum Ver­tei­len, um die Rente für Frauen mit nied­ri­ger Rente nach 35 Bei­trags­jah­ren auf­zu­sto­cken. Dieser Ansatz ist rich­tig und dar­über besteht Einig­keit.

Leider will die SPD keine Bedürf­tig­keits­prü­fung, mit dem Argu­ment, dass mög­lichst viele Rent­ne­rin­nen davon pro­fi­tie­ren sollen.
Prima: dann gebt doch das Geld den Frauen, die es viel drin­gen­der benö­ti­gen. Das sind die Mütter welche nach den Kin­der­er­zie­hungs­jah­ren, aus den unter­schied­lichs­ten Grün­den, viele, viele Jahre gering­fü­gig beschäf­tigt waren. Der Staat hat aus diesen Arbeits­ver­hält­nis­sen immer­hin 30% kas­siert.

Noch ein Wort zu den Unge­rech­tig­kei­ten in der Ren­ten­ver­si­che­rung.
Wir unter­schei­den in drei Klas­sen: der nor­ma­le Rent­ner, der von der gesetz­li­chen Rente lebt. Zwei­tens der Rent­ner wel­cher das Glück hatte bei großen Firmen beschäf­tigt war und des­halb eine zusätz­li­chen Betriebs­ren­te bekommt, diese muß unge­rech­ter­wei­se ver­steu­ert werden. Drit­tens haben Poli­ti­ker, Beamte usw. die aller­bes­te Alters­ver­sor­gung ohne jemals dafür bezahlt zu haben.
In Öste­reich sind die monat­li­chen Renten wesent­lich höher als in Deutsch­land und es werden 14 Monats­ren­ten im Jahr aus­be­zahlt.
Das bedeu­tet: Die öster­rei­chi­schen Rent­ner erhal­ten 50% höhere Jah­res­be­zü­ge und der Ren­ten­ein­tritt erfolgt wesent­lich früher als in Deutsch­land.
Leider hat die Poli­tik hat kein Inter­es­se unser Ren­ten­sys­tem zu refor­mie­ren.

Mit freund­li­chen Grüßen

Jürgen Schind­ler