Einkaufsmöglichkeiten in Haimhausen – was bringt die Zukunft

In Haim­hausen wird der Nah­kauf seit 13 Jah­ren von Herrn Ungnad­ner betrie­ben. Die­ser wird aber sehr wahr­schein­lich 2021 auf­hö­ren. Des­halb arbei­tet der CSU Orts­ver­band schon jetzt inten­siv dar­an, wie die Ver­sor­gung der Bür­ger danach auf­recht­erhal­ten wer­den kann. Dies ist ein zen­tra­les, sehr wich­ti­ges The­ma der CSU-Haim­hausen, mit dem Ziel, dass Haim­hausen nicht ohne Ver­brau­cher­markt sein wird.

Aus die­sem Grund füh­ren wir, CSU Orts­vor­sit­zen­de Clau­dia Kops mit Team, ein Gespräch mit Bür­ger­meis­ter Peter Fel­ber­mei­er, um die aktu­el­le Sach­la­ge und die Zukunfts­plä­ne auf­zu­zei­gen.

CSU: Wenn 2021 Herr Ungnad­ner mit sei­nem Nah­kauf auf­hört, wie ist dann die Ver­sor­gung, gera­de für älte­re Leu­te, sowie Eltern mit Kin­der­wa­gen, die ohne Auto ein­kau­fen wol­len etc., sicher­ge­stellt? Ist eine Ver­län­ge­rung oder ein ande­rer Päch­ter mög­lich?

BGM: Zunächst dür­fen wir uns bei Herrn Ungandner für die lan­ge Zeit als Ein­zel­kämp­fer für das Betrei­ben des Mark­tes bedan­ken. Sein Laden ist Anlauf­punkt für vie­le Mit­bür­ger, die kei­ne Mög­lich­keit haben, die gro­ßen Dis­coun­ter in den Nach­bar­ge­mein­den zu errei­chen. Sein reich­hal­ti­ges Sor­ti­ment sicher­te immer, dass jeder das bekam, was er woll­te und brauch­te.

Die Gemein­de kann bei der Sicher­stel­lung von Ein­kaufs­mög­lich­kei­ten Rah­men­be­din­gun­gen bie­ten, bei­spiels­wei­se ein ent­spre­chen­des Bau­recht schaf­fen. Selbst einen Markt zu betrei­ben bzw. zu inves­tie­ren, ist kei­ne ori­gi­nä­re Auf­ga­be einer Gemein­de. Nach unse­ren Kennt­nis­sen und Infor­ma­tio­nen wird sich nach Been­di­gung der Akti­vi­tä­ten von Herrn Ungnad­ner kein Betrei­ber mehr fin­den, der die­sen Markt so wei­ter­führt. Even­tu­ell ist an glei­cher Stel­le ein Bio­la­den mit Kaf­fee, Sitz­ecke etc. eine Mög­lich­keit. Posi­ti­ve Gesprä­che lau­fen schon mit dem Eigen­tü­mer.

Vor­stell­bar ist bei­spiels­wei­se eine Koope­ra­ti­on mit der Nach­bar­schafts­hil­fe, die gera­de älte­re Leu­te beim Ein­kau­fen unter­stützt. Auch ein Lie­fer­ser­vice ab einem bestimm­ten Ein­kaufs­be­trag lie­ße sich sicher­lich rea­li­sie­ren. Dies erleich­tert den Ein­kauf für die­je­ni­gen Mit­bür­ger, die kein Auto zur Ver­fü­gung haben oder auch für Eltern, die mit dem Kin­der­wa­gen immer nur gerin­ge Men­gen trans­por­tie­ren kön­nen.

Jeder Mit­bür­ger soll im Rah­men sei­ner Mög­lich­kei­ten sei­ne Ein­käu­fe in Haim­hausen erle­di­gen kön­nen, ohne dafür in die Nach­bar­ge­mein­den fah­ren zu müs­sen.

CSU: Wie kann man den Ein­kauf für die Haim­hauser „schmack­haf­ter“ machen, so dass ein Laden im Orts­kern erhal­ten wer­den kann?

BGM: Dies ist nahe­zu aus­schließ­lich eine Fra­ge der Wirt­schaft­lich­keit. Bei einer ent­spre­chen­den Nut­zung der Ein­kaufs­mög­lich­keit, ist dies denk­bar. Aller­dings immer abge­stimmt auf das geän­der­te Ein­kaufs­ver­hal­ten der Haim­hauser.

CSU: Wel­che alter­na­ti­ven Stand­or­te gibt es und wie sind hier die Chan­cen, dass sich hier ein Voll­sor­ti­men­ter ansie­delt?

BGM: Neue Stand­or­te müs­sen mit den Inves­to­ren abge­stimmt sein. Die­se Stand­or­te wer­den nur an einer ent­spre­chend fre­quen­tier­ten Stra­ße lie­gen, da die Inves­to­ren auch den Pen­del­ver­kehr mit berück­sich­ti­gen. Vor­ge­sprä­che haben erge­ben, dass eigent­lich nur zwei bis drei Stand­or­te in Fra­ge kom­men. Ich füh­re bereits inten­si­ve Gesprä­che mit Grund­stücks­be­sit­zern und Inves­to­ren.

CSU: Wie stel­len Sie sich einen neu­en Super­markt vor? Bei den gro­ßen Ket­ten wer­den ja ger­ne groß­zü­gi­ge Flä­chen für Park­plät­ze geplant. Passt dies in das Orts­bild von Haim­hausen?

BGM: Wir spre­chen ger­ne von dem Begriff des Voll­sor­ti­ment­ers, wie uns allen sicher­lich bekannt ist. Ein Voll­sor­ti­men­ter löst jedoch auch ent­spre­chend Ver­kehr durch Kun­den, aber auch Anlie­fer­ver­kehr aus. Die­se könn­te natür­lich zu Nut­zungs­kon­flik­ten mit Woh­nun­gen füh­ren. Eine gute Ver­kehrs­pla­nung, sowie qua­li­ta­ti­ve hoch­wer­ti­ge Archi­tek­tur, die ins Orts­bild passt, ist daher uner­läss­lich. In allen bis­her geführ­ten Vor­ge­sprä­chen mit Inves­to­ren wur­de signa­li­siert, dass auf das Orts­bild ent­spre­chend Rück­sicht genom­men wird. Hier wird der Gemein­de­rat bei der Bau­an­trags­stel­lung sei­ne Vor­stel­lun­gen ein­brin­gen müs­sen.

CSU: Wie sehen Sie die Chan­cen, dass ein neu­er Super­markt ange­nom­men wird? Vie­le fah­ren ja auf dem Weg zur Arbeit über Unter­schleiß­heim oder Fah­renz­hau­sen und kau­fen dann auf dem Weg ein.

BGM: Es ver­steht sich von selbst, dass unser Ort zu kei­ner Zeit ohne Ein­kaufs­mög­lich­kei­ten sein wird. Für Haim­hausen ist eine den Bedürf­nis­sen ange­pass­te Ein­kaufs­mög­lich­keit zwin­gend. Ich gehe künf­tig von einem ver­bes­ser­ten und grö­ße­ren Sor­ti­ment aus. Die­se Bedürf­nis­se sind bei einem Voll­sor­ti­men­ter gege­ben. Zudem gibt es Sta­tis­ti­ken über Kauf­kraft der Gemein­de und die Kauf­kraft­wan­de­run­gen in ande­ren Gemein­den.

Durch mei­ne lan­ge Tätig­keit in der Gemein­de sind immer wie­der Hin­wei­se ein­ge­gan­gen, sei es durch Gesprä­che mit unse­ren Bür­ge­rin­nen und Bür­gern, in der Bür­ger­sprech­stun­de oder auf Bür­ger­ver­samm­lun­gen, dass es einen hohen Bedarf gibt.

Unser gemein­sa­mes Ziel ist, die Lebens­mit­tel­ver­sor­gung in der Gemein­de nicht nur zu hal­ten, son­dern das Ange­bot und den Ser­vice zu ver­bes­sern. Eine Zeit ohne Ein­kauf­mög­lich­kei­ten wird es nicht geben dür­fen.

Ein herz­li­ches Dan­ke­schön für Ihre genom­me­ne Zeit und dass Sie uns, der CSU Haim­hausen, für das Inter­view zur Ver­fü­gung gestan­den haben.

Micha­el Nie­der­mair, CSU-Haim­hausen

Stromversorgung und (E)-Mobilität

Auf den Punkt gebracht: Wie sieht es mit der Strom­ver­sor­gung und der (E)-Mobilität in Haim­hausen aus – Ein Gespräch mit den E-Wer­ken Hani­el Haim­hausen und der Poli­tik mit dem CSU-Orts­ver­band Haim­hausen und Kat­rin Staff­ler, MdB

In den Medi­en und in vie­len Gesprä­chen mit den Bür­ge­rin­nen und Bür­gern steht die E-Mobi­li­tät im Mit­tel­punkt. Wenn ich mir ein E-Auto kau­fe, wie lade ich dies wie­der zu Hau­se auf, was kos­tet mich der Umbau der Gara­ge und wo fin­de ich die nächs­te E-Tank­stel­le in Haim­hausen, sind nur eini­ge Fra­gen, die immer wie­der auf­tau­chen.

Die Lade­säu­le beim Haim­hauser Rat­haus muss­te wegen der Bau­maß­nah­men neben dem Rat­haus lei­der ent­fernt wer­den. Die­se wur­de von den E-Wer­ken Hani­el Haim­hausen vor eini­gen Jah­ren auf­ge­stellt und stand den Haim­hausern kos­ten­los zum Tan­ken zur Ver­fü­gung. Zwei neue Lade­säu­len sol­len in der neu ent­ste­hen­den Tief­ga­ra­ge neben dem Rat­haus auf­ge­stellt wer­den, dies­mal aber mit einem Bezahl­sys­tem. Ein Lade­säu­len­be­zahl­sys­tem ist recht kom­pli­ziert, es gibt kein ein­heit­li­ches Sys­tem der Betrei­ber, so dass der Kun­de über­all nur mit einer Kar­te bezah­len kann. Jeder Groß­be­trei­ber hat hier meist sein eige­nes Kar­ten­sys­tem, daher müs­sen vom loka­len Betrei­ber vie­le Kar­ten unter­stützt wer­den, was die Ver­wal­tung deut­lich erhöht und teu­er macht. Die Abrech­nung selbst ist auch teu­er, da hier nur Kleinst­be­trä­ge abge­rech­net wer­den, die z.B. per Kre­dit­kar­te bezahlt wer­den, wobei die Abrech­nungs­ge­bühr mit dem Kar­ten­dienst hier der teu­re Teil ist. Auch das Pro­blem mit dem Beleg (Quit­tung) ist noch nicht gelöst. Eine „Ver­ein­heit­li­chung wür­de hier allen hel­fen“. Dies ist der Wunsch der E-Wer­ke Hani­el Haim­hausen an die Bun­des­po­li­tik. Auch der För­der­an­trag für Lade­säu­len ist sehr kom­pli­ziert und auf­wen­dig. Wer die­sen mal selbst begut­ach­ten will, fin­det die­sen, mit vie­len Beleh­run­gen, Anla­gen, Check­lis­ten, … bei der Bun­des­an­stalt für Ver­wal­tungs­dienst­leis­tun­gen. Eine Ver­ein­fa­chung die­ses Antrags­ver­fah­ren ist hier not­wen­dig und ein wei­te­rer Wunsch an die Poli­tik.

Kat­rin Staff­ler: „Die För­de­rung von E-Autos reicht allei­ne nicht aus. Gleich­zei­tig muss in die Infra­struk­tur von Lade­säu­len inves­tiert wer­den.“

Ein wei­te­res Pro­blem der Lade­säu­len ist der Stand­ort. Im länd­li­chen Bereich sind die­se meist nicht ren­ta­bel. Eine Lade­säu­le muss acht Stun­den pro Tag laden, dass sich die­se lohnt. Im Stadt­be­reich oder bei Ein­kaufs­zen­tren ist dies kein Pro­blem, aber auf dem Dorf schon. Ein gro­ßes Pro­blem der Lade­säu­len ist wei­ter­hin, je höher die zur Ver­fü­gung gestell­te Leis­tung ist, des­to schwie­ri­ger ist es für den Strom­ver­sor­ger. Bei sehr leis­tungs­fä­hi­gen Lade­sta­tio­nen muss direkt dane­ben eine Tra­fo­sta­ti­on mit ein­ge­plant wer­den. Hier muss der ent­spre­chen­de Platz für die Tra­fo­sta­ti­on vor­han­den sein und die­se Kos­ten müs­sen beim Laden mit berück­sich­tigt wer­den. Lade­sta­tio­nen über 12KW sind geneh­mi­gungs­pflich­tig. In Haim­hausen wer­den sol­che Anla­gen vom Netz­be­trei­ber zur Zeit nicht geneh­migt, da der Aus­bau der Infra­struk­tur (Tra­fo­sta­ti­on, neue Lei­tun­gen müs­sen ver­legt wer­den, Stra­ßen auf­ge­ris­sen, …) im Moment viel zu teu­er kommt.

Wie sieht der Netz­aus­bau bei Neu-/Alt­bau­ten aus? Für den Netz­aus­bau gibt es kei­ne Unter­stüt­zung vom Bund. Die Bau­kos­ten sind enorm. Daher wer­den bei Neu­bau­ge­bie­ten „dicke­re“ Lei­tun­gen ver­legt, aber nicht über­di­men­sio­niert, da dies zu teu­er ist. Eine über­di­men­sio­nier­te, wenig genutz­te Kup­fer­lei­tung ist ver­gra­be­nes Geld, erwirt­schaf­tet wenig und erhöht den Strom­preis für die Abneh­mer. Daher müs­sen hier die Men­schen fle­xi­bler wer­den. Das E-Auto zu jeder belie­bi­gen Tages­zeit zu 100% zu laden und dies in weni­gen Minu­ten, wird nicht mög­lich sein. In 10 Jah­ren wird die Strom­erzeu­gung zu 50% aus erneu­er­ba­ren Ener­gi­en bestehen. Betrach­tet man die Son­nen­en­er­gie, so sind hier gro­ße Spit­zen gera­de in der Mit­tags­zeit vor­han­den, wo der Netz­be­trei­ber Strom­ab­neh­mer braucht. In der Nacht, wo die Son­ne nicht scheint, das Auto in der Gara­ge zum Laden steht, steht deut­lich weni­ger Lade­strom zur Ver­fü­gung. Daher muss das Laden dyna­misch (über eine Steue­rung des Netz­be­trei­bers) über den Tag, die Nacht ver­teilt wer­den, um das Netz nicht zu über­las­ten. Auch das Laden beim Arbeit­ge­ber, bei Park­plät­zen (P&R, Ein­kaufs­zen­trum, …) muss hier berück­sich­tigt und aus­ge­baut wer­den. Dies geht aber nicht ohne Netz­aus­bau. Auch eine wei­te­re Tech­no­lo­gie muss hier wei­ter ent­wi­ckelt und ein­ge­setzt wer­den: Spei­cher. Hier sind nicht nur Spei­cher (z.B. Akkus) gemeint, die tags­über mit Solar­zel­len gela­den wer­den und dann Abends/​Nachts den Strom zur Ver­fü­gung stel­len, son­dern auch Lang­zeit­spei­cher, die den Strom vom Som­mer in den Win­ter „trans­fe­rie­ren“ kön­nen. Die E-Wer­ke Hani­el Haim­hausen pla­nen gera­de eine Umfra­ge in Haim­hausen, wie der Bedarf für eine Solar­an­la­ge mit inte­grier­tem Spei­cher vor Ort ist.

Kat­rin Staff­ler: „Wir wer­den es allein schon auf­grund der Infra­struk­tur ver­mut­lich nicht schaf­fen, voll­stän­dig auf E-Autos umzu­stel­len. Mobi­li­tät der Zukunft bedeu­tet nicht aus­schließ­lich E-Mobi­li­tät, hier müs­sen vie­le ande­re Mög­lich­kei­ten berück­sich­tigt wer­den.“

Gas als Alter­na­ti­ve zu Benzin/​Diesel und Strom ist aus dem Fokus gefal­len. Strom län­ger zu spei­chern ist ein gro­ßes Pro­blem. Alter­na­tiv kann man Strom, z.B. bei Über­schuss­zei­ten (Mit­tags, wenn die Son­ne am stärks­ten scheint) in Gas (z.B. Was­ser­stoff) umwan­deln. Wir brau­chen einen Mix aus meh­re­ren Mög­lich­kei­ten, um die zukünf­ti­ge Mobi­li­tät umwelt­ver­träg­lich meis­tern zu kön­nen. Der Wunsch ist hier, Gas bei Fahr­zeu­gen und als Spei­cher­me­di­um mehr zu för­dern.

Kat­rin Staff­ler: „Mit­tel­fris­tig (in ca. 10 – 20 Jah­re) wird es nicht nur eine Tech­no­lo­gie geben. Ich bin davon über­zeugt, dass es ein Mix sein wird. Mobi­li­tät wird in 10 Jah­ren nicht mehr so funk­tio­nie­ren wie heu­te. Wir müs­sen hier auto­no­mes Fah­ren, Miet­au­tos, Flug­ta­xis und ande­re Kon­zep­te mit­ein­be­zie­hen. Ziel wird es sein, das Ver­kehrs­pro­blem zu lösen bzw. ein­zu­däm­men. Die Her­aus­for­de­rung für die deut­sche Auto­mo­bil­in­dus­trie wird sein: wel­ches Geschäfts­mo­dell hat ein Auto­mo­bil­her­stel­ler für die Zukunft?“

In den Kom­mu­nen muss umge­dacht wer­den. Der Bahn­hof muss Mobi­li­täts­zen­tra­le für Bahn, Miet­au­to, Leih­fahr­rad, Flug­ta­xi wer­den.

Kat­rin Staff­ler: „Auch mit Flug­ta­xis wer­den wir in 10 Jah­ren flie­gen, erst mal mit Pilot, dann auch auto­nom. Die Baye­ri­sche Staats­re­gie­rung will eine Neu­aus­rich­tung des Luft­fahrt­for­schungs­pro­gramms und den Ein­satz von Flug­ta­xis im Frei­staat vor­an­brin­gen. Der­zeit dis­ku­tie­ren wir dar­über, in Ober­bay­ern ein Test­ge­biet für Flug­ta­xis ein­zu­rich­ten.“

Fahr­rad­schnell­we­ge müs­sen auch in die Über­le­gung ein­ge­baut wer­den. Jedoch ist dies nicht gera­de güns­tig. Pro Kilo­me­ter kön­nen hier bis zu 2 Mil­lio­nen Euro anfal­len; zum Ver­gleich: eine Auto­bahn kann zwi­schen 10 – 50 Mil­lio­nen Euro pro Kilo­me­ter kos­ten oder auch mehr.

Es gibt aber auch noch wei­te­re Pro­ble­me und Schwie­rig­kei­ten für den Strom­ver­sor­ger und in Fol­ge für den Bür­ger.
Digi­ta­le Strom­zäh­ler mit Daten­aus­tausch­mo­dul: Der Gesetz­ge­ber hat beschlos­sen, dass jeder Bür­ger bald mit digi­ta­len Strom­zäh­lern beglückt wird. Ab einem Strom­ver­brauch von 6.000 kWh auch mit einem Daten­aus­tausch­mo­dul, wel­ches Daten in bei­de Rich­tun­gen aus­tau­schen wird. Somit wird der alte Strom­zäh­ler (“Ferraris”-Zähler) aus­ge­tauscht, der eine Lebens­dau­er bis zu 50 Jah­ren hat­te und nur alle 15 Jah­re neu geeicht wer­den muss­te. Das neue Sys­tem muss dage­gen alle acht Jah­re neu geeicht wer­den. Ob dies gemacht wird oder gleich ein neu­er Zäh­ler ein­ge­baut wird, ist frag­lich (Der Elek­tro­schrott steigt damit wei­ter an). Die Anbie­ter der neu­en Mess­sys­te­me sagen, dass nur mit einem moder­nen Sys­tem „Smart Meter“ die Strom­wen­de rea­li­siert wer­den kann. Aber was macht die­ser „Smart Meter“ genau? Der digi­ta­le Strom­zäh­ler zählt wie das alte Sys­tem den Strom. Der Unter­schied ist, dass nicht nur der Gesamt­ver­brauch ange­zeigt wird, son­dern wei­te­re Daten, wie der aktu­el­le Ver­brauch, der Ver­brauch von ges­tern (bei über 6.000 kWh wird in 15-Minu­ten-Inter­val­len auf­ge­schlüs­selt), der letz­ten Woche, der jewei­li­gen letz­ten Mona­te usw. Somit kann der Bür­ger genau ermit­teln, wann er wie viel Strom ver­braucht hat. Ob dies die Mas­se macht, jeden Tag, Woche oder Monat in den Kel­ler zu gehen, den Strom­kas­ten auf­zu­ma­chen und die Wer­te zu notie­ren, bezweif­le ich sehr stark. Bei mehr Ver­brauch wird zusätz­lich ein Daten­aus­tausch­mo­dul (der Strom­zäh­ler mit dem Daten­aus­tausch­mo­dul kos­tet über 100€/Jahr extra) ver­langt. Die­ses über­mit­telt die Mess­wer­te, (dies kön­nen bis zu 6.000 Daten pro Zeit­in­ter­vall sein, abhän­gig vom jewei­li­gen Jah­res­ver­brauch) an den Strom­ver­sor­ger, den Netz­be­trei­ber und den Mess­stel­len­be­trei­ber. Mit die­ser Viel­zahl an Daten kann bei­spiels­wei­se genau ermit­telt wer­den, wel­chen TV-Sen­der der Haus­halt gera­de anschaut. Zusätz­lich kann vom Ver­sor­ger das gan­ze Strom­sys­tem auch abge­schal­tet wer­den, wenn bei­spiels­wei­se die Rech­nung nicht bezahlt wird. Nach Aus­sa­gen der Mess­stel­len­be­trei­ber ist das Sys­tem sicher und vor Hackern geschützt. Bis­her habe ich aber kein Sys­tem erlebt, wel­ches am Anfang als sicher bezeich­net wor­den ist und nicht dann von Hackern doch geknackt wor­den ist. Durch den Fern­zu­griff kann dann im ungüns­ti­gen Fall ein Hacker, eine Regie­rung, ein Spio­na­ge­sys­tem von der gan­zen Welt aus mei­nen Strom­an­schluss lahm legen oder belie­big Daten abgrei­fen. Dies lässt sich mit „Ran­som­ware“ (Soft­ware, die Löse­geld ver­langt, damit der PC wie­der arbei­tet) auf dem PC ver­glei­chen, nur dass hier der Scha­den deut­lich grö­ßer sein wird. Fragt man den Netz­be­trei­ber, so sind die­se über­tra­gen­den Mess­wer­te über­haupt nicht not­wen­dig. Die­sem rei­chen die Daten, die in der Tra­fo­sta­ti­on ermit­telt wer­den, völ­lig aus. Somit sind die­se Daten von jedem ein­zel­nen Haus­halt ent­kop­pelt und die Pri­vat­sphä­re bleibt erhal­ten. Die Ver­mu­tung ist hier, dass die Daten des Kun­den „Gold“ wert sind und ganz neue Geschäfts- und Ver­dienst­mo­del­le ins Leben geru­fen wer­den kön­nen, bei denen der Kun­de sogar die Kos­ten für Zäh­ler und Über­mitt­lung trägt.
Der Wunsch an die Bun­des­re­gie­rung ist hier, dass wie beim digi­ta­len Was­ser­zäh­ler in Bay­ern der Kun­de ein Wider­spruchs­recht gegen die Daten­wei­ter­ga­be bekommt. Ein Kun­de ver­steht nicht, war­um er beim Was­ser­zäh­ler gegen die Daten­wei­ter­ga­be wider­spre­chen kann, beim Strom­zäh­ler aber nicht.

Ein wei­te­rer Dis­kus­si­ons­be­reich war die „Bau­ern­maut“. Bis­her ist es so, dass die Land­wir­te für ver­leg­te Strom­ka­bel oder Tras­sen ein­mal eine Ent­schä­di­gung erhal­ten haben. Im Koali­ti­ons­ver­trag fin­det sich jetzt aber ein Pas­sus, der regel­mä­ßi­ge Ent­schä­di­gun­gen für Land­wir­te vor­sieht. Was hat dies zur Fol­ge: Die Strom­kos­ten wür­den dann für den Bür­ger wei­ter stei­gen und ande­re Inter­es­sen­grup­pen (Wald­be­sit­zer, Kom­mu­nen, Pri­vat­be­sit­zer, …) wür­den auf den Zug auf­sprin­gen und dies nicht nur bei Strom, son­dern auch bei Gas-, Was­ser­lei­tun­gen etc., um hier auch Ent­schä­di­gun­gen ver­lan­gen, was den Strom­preis, Gas­preis, … noch wei­ter erhöht. Der Wunsch an die Poli­tik ist hier, es beim alten Sys­tem der Ein­mal­ent­schä­di­gung zu belas­sen.

Auch die Daten­schutz­grund­ver­ord­nung (DSGVO) hat beim E-Werk Hani­el Haim­hausen deut­lich ein­ge­schla­gen. Ande­re Län­der haben es geschafft, ein­fa­che­re Lösun­gen, z.B. für Ver­ei­ne und klei­ne­re Betrie­be zu schaf­fen, um die DSGVO umzu­set­zen. Der Wunsch ist hier, eine Erleich­te­rung für Ver­ei­ne, klei­ne Betrie­be etc. zu schaf­fen.

Kat­rin Staff­ler: „Das The­ma ist bekannt und dar­an wird im Rah­men der EU-recht­li­chen Bestim­mun­gen gear­bei­tet“

Wei­te­res The­ma war die Pro­ble­ma­tik von Klein­was­ser­kraft­wer­ken mit dem Natur­schutz. Hier ent­steht der Ein­druck, dass die Was­ser­kraft als Ener­gie­ge­win­nung nicht mehr im Gleich­ge­wicht mit der Natur ist und der Natur­schutz als Mit­tel gegen die Was­ser­kraft ein­ge­setzt wird. In Bay­ern gibt es noch ca. 4.500 Klein­was­ser­kraft­wer­ke.
Inte­grier­te Betrei­ber (Erzeu­gung, Netz­ver­sor­gung und Strom­ver­kauf) wer­den ab 100.000 Kun­den ent­floch­ten, d.h. ein Unter­neh­men wird in drei unab­hän­gi­ge Tei­le auf­ge­teilt. Schwie­rig wür­de es, wenn auch die klei­ne­ren Ver­sor­ger unter 100.000 Kun­den recht­lich ent­floch­ten wer­den müss­ten. Hier geht Know­How ver­lo­ren und das „Gan­ze“ wird aus dem Fokus gerückt. Jeder Bereich sieht dann nur noch sei­nen Teil und über­grei­fen­de Pro­jek­te sind dann nicht mehr mög­lich.
Der Wunsch ist hier der Erhalt der inte­grier­ten klei­nen Betrei­ber.

Die Zeit war lei­der viel zu kurz, um alle The­men aus­führ­lich zu dis­ku­tie­ren. Ein gro­ßer Dank an Frau von Hani­el (E-Wer­ke Hani­el Haim­hausen) und an Frau Kat­rin Staff­ler, MdB für die Zeit und Bereit­schaft, über sol­che The­men zu dis­ku­tie­ren. Ein inter­es­san­ter und span­nen­der Nach­mit­tag.

Micha­el Nie­der­mair, CSU-Haim­hausen

v.l.: Bern­hard Gehrin­ger, Andrea von Hani­el, Kat­rin Staff­ler, MdB, Clau­dia Kops, Micha­el Nie­der­mair

Richard Reischl hadert mit seiner Partei“ und zu „Gewaltiges Echo auf Reischls Brandbrief“.

Das ist auch mei­ne Par­tei – mei­ne CSU – für die ich viel poli­tisch ehren­amt­li­che Zeit ein­set­ze und dies auch nach wie vor ger­ne mache!
Es bringt jetzt gar nichts, wenn wir als Reak­ti­on auf den Brief von Bür­ger­meis­ter Reischl anfan­gen uns gegen­sei­tig „anzu­grei­fen und schlecht zu reden“.
Es läuft im Moment viel­leicht nicht alles wirk­lich rund, aber sicher­lich nicht ganz ver­kehrt!
Im Gegen­teil, WIR, die „Basis“ die oft gelobt, aber zuge­ge­be­ner Wei­se nicht oft genug erhört wird ab einer bestimm­ten Ebe­ne, soll­ten jetzt zusam­men hal­ten und wei­ter­hin das Bes­te geben für unse­re Par­tei – die für mich, nach wie vor die ein­zi­ge Volks­par­tei ist – und dar­um bit­ten, dass sich jetzt end­lich ein­mal jemand die Zeit nimmt und sich die Anlie­gen der Basis anhört. Ger­ne bei einem Tref­fen in der Lan­des­lei­tung!
Wir in Haim­hausen, hat­ten Mit­te Juni Mar­kus Blu­me, MdL, bei unse­rem Ehren­abend zu Gast als Fest­red­ner. Der Gene­ral­se­kre­tär hat sich viel Zeit an die­sem Abend genom­men und es wur­de mun­ter dis­ku­tiert – scha­de, dass die­se Gele­gen­heit zur Aus­spra­che nicht noch deut­li­cher genutzt wur­de. Wir sehen dies als Ange­bot, um vor Ort sei­ne Mei­nung (und auch sei­nen Unmut) kund­zu­tun. Das ist die ein­deu­tig bes­se­re Alter­na­ti­ve zum Leser­brief!
Im Übri­gen, möch­te ich mir nicht unter­stel­len las­sen, dass ich nicht die Wahr­heit sagen wür­de und ich lass mich schon gar nicht „an der Lei­ne“ mei­ner Par­tei füh­ren. Ich traue mich auch als CSU Orts­vor­sit­zen­de mei­ne Mei­nung wei­ter­hin zu sagen!
Ich bin ganz sicher nicht der Mei­nung, „dass wir jemand ande­ren hin­las­sen soll­ten der es bes­ser kann“, denn WIR die CSU kön­nen es, sonst wür­de ich mich mit mei­nem enga­gier­ten CSU Team nicht so ein­brin­gen!

Clau­dia Kops
CSU Orts­vor­sit­zen­de Haim­hausen

Dachauer Tafel ist „Vollversorger“

Nicht jeder in Deutschland hat sein täglich Brot und das, obwohl es Lebensmittel im Überfluss gibt und unglaublich viel weggeworfen wird.

Die CSU Haim­hausen war mit Clau­dia Kops und Micha­el Nie­der­mair bei Frau Edda Drit­ten­preis, der Lei­te­rin der Dach­au­er Tafel und hat sie inter­viewt.

Edda Drit­ten­preis und Clau­dia Kops

      • Sie haben die Dach­au­er Tafel vor 16 Jah­ren gegrün­det, die Lebens­mit­tel an bedürf­ti­ge Men­schen ver­teilt, seit die­ser Zeit lei­ten Sie auch die Ein­rich­tung. Wie groß ist Ihr Team, wie vie­le Bedürf­ti­ge, auch aus Haim­hausen, haben Sie und wann kön­nen die­se zu Ihnen kom­men?
        Zur Zeit habe ich ein Team von 60 Per­so­nen. Der Alters­durch­schnitt liegt dabei bei 68,9 Jah­ren. Vor 16 Jah­ren haben wir mit 20 Kun­den begon­nen, heu­te sind es 1400. Der Kun­den­kreis besteht aus Rent­nern, Hartz IV-Emp­fän­gern, Gering­ver­die­nern und aner­kann­ten Flücht­lin­gen. Alle kom­men aus dem Land­kreis Dach­au, wobei der Schwer­punkt aus Dach­au und Karls­feld kommt. Aus Haim­hausen haben wir nur sehr weni­ge.
        Wir geben jeden Mitt­woch die Ware an Bedürf­ti­ge aus, sind aber zusätz­lich drei Tage pro Woche im Land­kreis unter­wegs, um die Ware ein­zu­sam­meln. Wer nicht selbst kom­men kann, weil er zu krank oder die Stre­cke zu weit ist, kann die Ware von Bekann­ten abho­len las­sen oder bei­spiels­wei­se über die Cari­tas oder Nach­bar­schafts­hil­fe „belie­fert“ wer­den.
      • Anfang März war auf­grund der Ver­tei­lung der Lebens­mit­tel die “Tafel in Essen“ in die Schlag­zei­len der Medi­en gera­ten – konn­ten Sie das Ärger­nis ver­ste­hen? Wie regeln Sie das in Dach­au?, und mischt sich die Poli­tik zu viel in die­se ehren­amt­li­che Tätig­keit ein?
        Wir hat­ten eine Zeit­lang eine ähn­li­che Situa­ti­on. Dafür ist mir aber mei­ne ehren­amt­li­che Zeit zu wert­voll. Die Pres­se hat damals ganz schön auf uns „rum­ge­hackt“. Aus­sa­gen wie „Wir haben es nötig, … Dach­au, KZ, …“ oder die Ras­sis­mus-Keu­le kamen sehr häu­fig und mei­ne ehren­amt­li­chen Mit­ar­bei­ter wur­den ver­heizt. Dar­auf­hin haben wir vor­über­ge­hend zuge­sperrt. Erst als ich ein Gespräch mit den Poli­ti­kern im Dach­au­er Land­kreis hat­te und die­se Angst hat­ten, dass wir nicht wei­ter machen, hat sich was geän­dert. Jetzt ver­sor­gen wir nur noch aner­kann­te Asy­lan­ten.
        Drän­geln, Schup­sen wie in Essen gibt es bei uns nicht. Wer tei­len unse­re Kun­den in etwa gleich gro­ße Grup­pen ein. Jede Grup­pe hat dann in einem bestimm­ten Zeit­raum Zeit, ein­zu­kau­fen. Wobei immer nur weni­ge Leu­te in den Laden ein­ge­las­sen wer­den (wir haben zwei Tür­ste­her), so dass kein Drän­geln ent­steht und jeder Zeit zum Ein­kau­fen hat. Für jeden Ein­kauf ver­lan­gen wir pro Per­son einen obli­ga­to­ri­schen Euro. Die Kun­den gehen dann durch die Berei­che von Stand zu Stand im Laden und neh­men sich, was Sie wol­len bzw. brau­chen. Wir ach­ten aber dabei dar­auf, dass die Men­gen den Bedarf für eine Woche nicht über­schrei­ten. Somit stel­len wir für unse­re Kun­den eine Voll­ver­sor­gung dar. Was am Abend an ver­derb­li­chen Lebens­mit­teln übrig bleibt, muss dann ent­sorgt wer­den.
        Die Poli­tik mischt sich eigent­lich viel zu wenig ein. Die­se soll­ten unse­rer The­men viel öfter anneh­men und uns unter­stüt­zen. Ich freue mich über jeden Poli­ti­ker, der mal einen Tag vor­bei schaut und mit hilft, so dass er sieht, was mein ehren­amt­li­ches Team hier leis­tet.
      • Was hat sich im Lauf der lan­gen Zeit ver­än­dert und wo lie­gen die Pro­ble­me?
        Die Alters­ar­mut hat zuge­nom­men. Wir haben immer mehr Rent­ner, die mit ihrer Ren­te nicht über­le­ben kön­nen und auf uns ange­wie­sen sind. Rent­ner bekom­men kaum Unter­stüt­zung, gera­de wenn es dar­um geht, For­mu­la­re und Anträ­ge aus­zu­fül­len. Allei­ne sind Sie damit hoff­nungs­los über­for­dert. Hin­zu kommt, dass vie­le Rent­ner sehr zurück­hal­tend sind und ande­ren nichts weg­neh­men wol­len. Flücht­lin­ge dage­gen bekom­men stän­dig Unter­stüt­zung von Hel­fer­krei­sen etc. und haben kei­ne Scheu, alles mit­zu­neh­men.
        Ein ande­res Pro­blem ist, dass bestimm­te Grup­pen die Unter­stüt­zung vom Staat lie­ber in Alko­hol und Ziga­ret­ten inves­tie­ren und dann für die Lebens­mit­tel zu uns kom­men müs­sen und ande­re schi­cken das Geld, wel­ches Sie bekom­men in Ihr Hei­mat­land.
      • Gibt es eine Begeg­nung in Ihrer lang­jäh­ri­gen Tätig­keit als Lei­te­rin der Dach­au­er Tafel die Ihnen in Erin­ne­rung geblie­ben ist?
        Ja, als wir vor 11 Jah­ren die neu­en Räu­me bekom­men haben. Wir haben sehr viel Zeit, Kraft und Ener­gie auf­ge­wen­det, um die Räu­me ent­spre­chend her­zu­rich­ten. Dabei wur­den wir von vie­len Leu­ten und Fir­men unter­stützt.
      • Wie kann man Sie unter­stüt­zen?
        Wir freu­en uns über jede Art von Unter­stüt­zung, sowohl mate­ri­el­le und finan­zi­el­ler Art, als auch über ehren­amt­li­che Mit­ar­beit! Rufen Sie mich an (0173/​976 48 31) oder kom­men Sie Diens­tags (9:00 – 16:00 Uhr) oder Mitt­wochs (9:00 – 12:00 Uhr) vor­bei.

      Micha­el Nie­der­mair und Edda Drit­ten­preis

      Lie­be Edda Drit­ten­preis, Dan­ke für die Zeit, die Sie sich heu­te Nach­mit­tag für uns genom­men haben, DANKE für IHR so groß­ar­ti­ges Enga­ge­ment. Wir wün­schen Ihnen wei­ter­hin viel Kraft und Ener­gie in Ihrem Ehren­amt!

      Clau­dia Kops und Micha­el Nie­der­mair

Gesundheit ist uns wichtig

Laima Purmale, Dr. Barbara Kölnsperger

v.l.: Lai­ma Pur­ma­le, Dr. Bar­ba­ra Köln­sper­ger

WIR sor­gen uns um SIE, denn bei uns steht der MENSCH im Mit­tel­punkt“

Gesund­heit ist das höchs­te Gut des Men­schen. Ein wich­ti­ges Ziel der CSU Haim­hausen ist es, für ihre Bür­ge­rin­nen und Bür­ger eine best­mög­li­che gesund­heit­li­che Ver­sor­gung sicher zu stel­len. Die CSU Haim­hausen will ihren Ort zukunfts­ori­en­tiert gestal­ten und hat des­halb aktiv am Mehr­zweck­ge­bäu­de mit geplant.

Zu Beginn des Jah­res 2020 soll das Mehr­zweck­ge­bäu­de an der Haupt­stra­ße fer­tig gestellt sein. Das Gebäu­de soll neben den Räu­men des Bür­ger­bü­ros, des Sit­zungs­saals, zwei Arzt­pra­xen ent­hal­ten. In der Orts­mit­te ent­steht somit ein „Gesund­heits­stand­ort“ für das Ärz­te-Team des AVZ, die Zahn­arzt­pra­xis Drs. Kölnsperger/​Dr. Tam­me, sowie des AVZ Pfle­ge­diens­tes.
CSU Orts­vor­sit­zen­de Clau­dia Kops (CK) führ­te mit All­ge­mein­ärz­tin Lai­ma Pur­ma­le (LP) und Zahn­ärz­tin Dr. Bar­ba­ra Köln­sper­ger (BK) über die Rol­le der Land­ärz­te, den nied­ri­gen Kran­ken­stand in Haim­hausen und über ihre Erwar­tun­gen an das neue Ärz­te­haus ein Inter­view.

CK: Sehr inter­es­sant fin­de ich die Sta­tis­tik der AOK Bay­ern 2017. Sie hat gezeigt, dass in Bay­ern der Kran­ken­stand mit 4,6% im Bun­des­ver­gleich auf Platz 2 liegt. Auf Platz 1 liegt mit 4,4% Ham­burg. Im Land­kreis Dach­au ist Haim­hausen mit 4,0% gut auf­ge­stellt. Dass Haim­hausen mit nur 4% Kran­ken­stand so gut da steht, ist sicher auch ein Ver­dienst des All­ge­mein Ärzt­li­chen Ver­sor­gungs­zen­trum Haim­hausen.
In der Sta­tis­tik ist zu sehen, dass die Atem­wegs­er­kran­kun­gen mit 21,4%, Muskel/​Skeletterkrankungen mit 13,1% und Ver­dau­ungs­er­kran­kun­gen mit 12,5% die Krank­heits­ar­ten sind, die am häu­figs­ten zum Kran­ken­stand füh­ren.
Wie kann man die­se drei Berei­che ver­bes­sern? Evtl. durch Imp­fun­gen, Sport­kur­se für Rücken oder Ernäh­rungs­be­ra­tung?

LP: Für Erkäl­tungs­krank­hei­ten gilt: Waschen sie sich regel­mä­ßig und gründ­lich die Hän­de mit Sei­fe und ernäh­ren sie sich gesund und aus­ge­wo­gen. Für Atem­wegs­er­kran­kun­gen gilt: Ver­mei­den sie Niko­tin und mel­den sie sich bes­ten­falls zu einem Ent­wöh­nungs­pro­gramm an. Gegen Mus­kel-/Ske­let­ter­kran­kun­gen ist Bewe­gung, Mus­kel­auf­bau bzw. Rücken­schu­le beson­ders wich­tig, gera­de wenn sie eine sit­zen­de Tätig­keit aus­üben. „Bewe­gung auf Rezept“ ist ein Tipp für Dia­be­tes­pa­ti­en­ten. Lei­der wird Bewe­gung sehr oft nur emp­foh­len und oft weni­ger ernst genom­men. Ver­dau­ungs­er­kran­kun­gen und Stoff­wech­sel­er­kran­kun­gen sind weit ver­brei­tet, auch hier gilt eine gesun­de Lebens­füh­rung und Bewe­gung. Der Impf­schutz ist ein zen­tra­les medi­zi­ni­sches The­ma. Jeder soll­te sei­nen Impf­aus­weis zur Hand neh­men und sei­nen Impf­schutz kon­trol­lie­ren, hier sind wir Ärz­te vom AVZ jeder­zeit behilf­lich. Wir emp­feh­len auch immer eine Imp­fung gegen Pneu­mo­kok­ken im Senio­ren­al­ter.

CK: Es gibt immer mehr Kin­der, die schon im Vor­schul­al­ter unter Kari­es lei­den, gibt es einen Tipp wie man best­mög­lich für sei­ne Zäh­ne vor­sor­gen kann, damit man auch im Alter mög­lichst beschwer­de­frei ist?

BK: Tat­sa­che ist, dass Zahn­pfle­ge, gesun­de Ernäh­rung und mög­lichst wenig Zucker erheb­lich zu einer guten Ver­sor­gung unse­rer Zäh­ne bei­tra­gen. Wir Zahn­ärz­te emp­feh­len den Eltern mit ihren Kin­dern zwi­schen dem zwei­ten und drit­ten Lebens­jahr bei uns vor­bei­zu­kom­men. Bei den ers­ten Besu­chen geben wir ihnen nütz­li­che Tipps und zei­gen ihnen, wie Sie die Mund­ge­sund­heit ihres Kin­des opti­mie­ren kön­nen. Ihre Fra­gen zu den The­men „Schnul­ler, Fla­sche, Anwen­dung von Fluo­ri­den, Zahn­fehl­stel­lun­gen kön­nen wir so recht­zei­tig beant­wor­ten. Durch die regel­mä­ßi­gen Kon­troll­un­ter­su­chun­gen bau­en wir zu ihrem Kind eine ver­trau­ens­vol­le Bezie­hung auf und erken­nen auf­tre­ten­de Pro­ble­me früh­zei­tig.

CK: Was raten Sie Eltern für die Zahn­pfle­ge ihrer Kin­der?

BK: In Haim­hausen haben sehr weni­ge Klein­kin­der Kari­es in ihren Milch­zäh­nen. Es ist rich­tig, dass die gene­ti­sche Dis­po­si­ti­on auch unse­re Zäh­ne bestimmt – zumin­dest als Anla­ge. Tat­sa­che ist, dass etwa Kari­es nicht erb­lich bedingt ist. Kari­es ent­steht auf­grund der indi­vi­du­el­len Lebens­um­stän­de, des­halb emp­feh­len wir mög­lichst wenig zucker­hal­ti­ge Ernäh­rung und grund­sätz­li­ches Zäh­ne­put­zen ab dem ers­ten Zahn; idea­ler­wei­se mit einer Fin­ger­zahn­bürs­te. Für Kin­der und Jugend­li­che zwi­schen dem 6. und 18. Lebens­jahr soll­te die Basis­pro­phy­la­xe, die von den Kran­ken­kas­sen 2x jähr­lich bezahlt wird, auch in Anspruch genom­men wer­den.

CK: Bay­ern möch­te mit einer Quo­te für Medi­zin­stu­den­ten dem Ärz­te­man­gel auf dem Land begeg­nen und hat als eines der ers­ten Bun­des­län­der ein Pro­gramm auf­ge­legt, mit dem die Nie­der­las­sung von Haus­ärz­ten im länd­li­chen Raum geför­dert wird.
Was hal­ten Sie von der geplan­ten Land­arzt­quo­te und was sagen Sie zu der För­de­rung von Haus­ärz­ten im länd­li­chen Raum?

LP: Davon hal­te ich nicht viel. Man kann jun­ge Men­schen nicht zu einer Ent­schei­dung zwin­gen, die sie wäh­rend des Medi­zin­stu­di­ums noch gar nicht über­bli­cken kön­nen. Was ist, wenn sich der Stu­die­ren­de im Lau­fe sei­ner Aus­bil­dung nicht für All­ge­mein­me­di­zin begeis­tert oder viel­leicht doch lie­ber in der For­schung arbei­ten will? Erst wenn der Nach­wuchs­me­di­zi­ner ver­schie­de­ne Prak­ti­ka durch­lau­fen hat, ent­deckt er meist sei­ne per­sön­li­chen Nei­gun­gen. Die bereits exis­tie­ren­den För­der­pro­gram­me soll­ten ver­stärkt aus­ge­baut wer­den. Eine Ver­pflich­tung führt nur noch zu Miss­stän­den. Wir Ärz­te lei­den unter zu viel Büro­kra­tie und haben immer weni­ger Zeit für den Pati­en­ten. Gera­de die­ser „immense Papier­kram“ sorgt auch zuneh­mend dafür, dass es vie­le ange­stell­te Ärz­te davon abhält, eine Pra­xis zu über­neh­men. Nicht nur, aber auch die­se Unge­wiss­heit vor sich lau­fend ändern­den Vor­schrif­ten lässt nie­der­ge­las­se­ne Ärz­te bei Inves­ti­tio­nen immer zurück­hal­ten­der wer­den.

CK: Betrifft der Ärz­te­man­gel auf dem Land nur die Haus­ärz­te oder auch die Zahn­ärz­te?

BK: Ja, auch bei den Zahn­ärz­ten blei­ben seit Jah­ren die Pra­xis­neu­grün­dun­gen kon­stant, wäh­rend sich das Ange­stell­ten­ver­hält­nis unter jun­gen Zahn­me­di­zi­nern immer grö­ße­rer Beliebt­heit erfreut. Um den Anfor­de­run­gen des Qua­li­täts­ma­nage­ments (QM) gerecht zu wer­den, müss­te man fast schon eine Mit­ar­bei­te­rin dafür ein­stel­len, Mit die­sen Vor­schrif­ten sind Land­pra­xen per­so­nell aber auch zeit­lich über­for­dert.

CK: Der Ärzt­li­che Bereit­schafts­dienst wird in Bay­ern bis Ende die­ses Jah­res grund­le­gend refor­miert. Die Neue­run­gen tref­fen auch den Land­kreis Dach­au, dort sol­len sie zum 20. Mai in Kraft tre­ten.
Es heißt, vie­les soll bes­ser wer­den, wird es das tat­säch­lich?

LP: Das wird sich zei­gen! Ich bin im Augen­blick dar­über noch sehr skep­tisch. Im Land­kreis Dach­au wer­den zwei Bereit­schafts­pra­xen instal­liert, jeweils eine in den Heli­os-Kli­ni­ken Dach­au und Inders­dorf. Bis­her hat­ten 7 Ärz­te im Land­kreis Nacht­dienst. In Zukunft wird die­sen Dienst ein Arzt über­neh­men, d.h. die­sen könn­ten lt. Auf­zeich­nun­gen bis zu 14 Ein­sät­ze in der Nacht tref­fen. Die Ärz­te in den Bereit­schafts­pra­xen sol­len durch einen Fah­rer mit Sani­täts­aus­bil­dung im Fahr­dienst unter­stützt wer­den. Auch soll eine Pool-Ärz­te-Bör­se ein­ge­rich­tet wer­den, um im Not­fall auch auf Spe­zia­lis­ten zugrei­fen zu kön­nen. Ich bin von die­sem neu­en Sys­tem noch nicht über­zeugt. Die ers­te Zeit wird bestimmt sehr span­nend. Ob es für den Pati­en­ten bes­ser wird, kann ich im Augen­blick noch nicht sagen, wir müs­sen abwar­ten. Im Augen­blick sind auch noch kei­ne Dienst­plä­ne vor­han­den. Fakt ist, 30 Pro­zent der AVZ Pati­en­ten sind Kin­der. Ich bin sehr gespannt, wie weit der Bereit­schafts­dienst die ärzt­li­che Ver­sor­gung bei unse­ren Jüngs­ten in Zukunft mit abde­cken kann, denn hier­zu braucht es vor­zugs­wei­se Erfah­rung mit Kin­dern und Jugend­li­chen.

CK: Gibt es auch eine Ände­rung im Zahn­ärzt­li­chen Bereit­schafts­dienst?

BK: Beim Zahn­ärzt­li­chen Bereit­schafts­dienst wird es kei­ne Ände­run­gen geben. Alles läuft wie bis­her. Ein Not­dienst ist von Frei­tag­nach­mit­tag bis Sonn­tag­abend ein­ge­teilt. Der Land­kreis ist dies­be­züg­lich gut ver­sorgt. Unse­re Pra­xis ist ein­mal im Jahr ein­ge­teilt.

CK: Ein The­ma das uns immer mehr beschäf­tigt ist die Alters­ar­mut:
Steigt die Lebens­er­war­tung mit dem Ein­kom­men? Wird es sowas wie eine Zwei-Klas­sen-Medi­zin geben?

LP: Die Lebens­er­war­tung steigt nicht mit dem Ein­kom­men. Mit mehr Geld im Port­mo­nee kann man mehr für sei­ne Gesund­heit machen. Aus jet­zi­ger Sicht glau­be und hof­fe ich, dass es kei­ne Zwei-Klas­sen-Medi­zin geben wird. Ein Sys­tem­bruch wie ihn die Gro­Ko anstrebt, wür­de zu einer Ein­heits­kas­se füh­ren und nur Ver­lie­rer erzeu­gen. Dass es zu kei­ner Bür­ger­ver­si­che­rung kom­men wird, wäre sehr wich­tig!

BK: Haim­hausen ist gut situ­iert. Unse­re Senio­ren kön­nen gut ver­sorgt wer­den. Die meis­ten unse­rer Pati­en­ten kön­nen sich für eine höher­wer­ti­ge Ver­sor­gung, die über die Regel­ver­sor­gung hin­aus geht ent­schei­den, da sie sich das leis­ten kön­nen und weil sie sich das wert sind.

CK: 2020 wer­den Sie, das AVZ und die Zahn­arzt­pra­xis gemein­sam in das neue Gebäu­de der Gemein­de ein­zie­hen – wird es in der jewei­li­gen Pra­xis Ver­än­de­run­gen geben? Was kommt Neu­es hin­zu? Kön­nen Sie dazu schon etwas sagen?

LP: Es ist für das AVZ vie­les im Wer­den. Akut-Erkran­kun­gen mit Anste­ckun­gen wer­den räum­lich von den Ter­min­pa­ti­en­ten zukünf­tig getrennt sein, d.h. wir wer­den zwei War­te­zim­mer bekom­men. Die Pra­xis wird schö­ne­re, hel­le­re und vor allem mehr Räu­me bekom­men. Auch wird die neue Pra­xis einen fes­ten Platz für Akku­punk­tur, Osteo­pa­thie sowie Sono­gra­phie bekom­men.

BK: Hel­le, freund­li­che Räu­me in der neu­en Pra­xis tra­gen bestimmt zum Wohl­be­fin­den unse­rer Pati­en­ten bei. Auch freue ich mich über ein grö­ße­res Labor.

CK: Das Anlie­gen der Baye­ri­schen Gesund­heits­mi­nis­te­rin Mela­nie Huml (CSU) ist es, dass die „spre­chen­de Medi­zin“, also die Zeit des Arz­tes mit dem Pati­en­ten bes­ser hono­riert wer­den soll. Was erwar­ten Sie sich ins­ge­samt von der Poli­tik?

Bei­de Ärz­tin­nen waren sich einig, dass sie ger­ne für ihre Pati­en­ten da sind und sich ger­ne die nöti­ge Zeit neh­men, die der Ein­zel­ne braucht. Bei­de waren auch einer Mei­nung, dass die Büro­kra­tie erleich­tert wer­den müs­se. Nie­der­ge­las­se­ne Ärz­te sei­en auch sehr stark in ihren Inves­ti­ti­ons­pla­nun­gen zur Ver­bes­se­rung der Pati­en­ten­ver­sor­gung ein­ge­schränkt, da sie für even­tu­el­le Regress­an­sprü­che oder Hono­rar­rück­zah­lun­gen immer genü­gend Rück­la­gen bil­den müs­sen.

Bei­de glau­ben auch, wenn die „spre­chen­de Medi­zin“ bes­ser hono­riert wer­den wür­de, wäre das auch eine gewis­se Sicher­heit für die nie­der­ge­las­se­nen Ärz­te. Auch fin­den sie es unum­gäng­lich, dass Unsi­cher­hei­ten abneh­men müs­sen. Es müs­sen bes­se­re Mög­lich­kei­ten für die Zukunfts­pla­nung von Ärz­ten ent­wi­ckelt wer­den. Ärz­te haben ja schließ­lich ein finan­zi­el­les Risi­ko.

Bei­de Ärz­tin­nen sind der Mei­nung, dass das „Land­arzt­da­sein“ – die mensch­li­che Bin­dung am Pati­en­ten – etwas sehr Schö­nes ist. Vie­le Gesich­ter sind uns ver­traut und wir beglei­ten die gan­ze Fami­lie von den Groß­el­tern über die Eltern bis zu den Kin­dern.

Das ist ein sehr schö­ner Schluss­satz! Ein herz­li­ches Dan­ke­schön für Ihre genom­me­ne Zeit und dass Sie uns, der CSU Haim­hausen, für das Inter­view zur Ver­fü­gung gestan­den haben.

Ihre Clau­dia Kops

Mega-Belastung für Haimhausen

AutobahnanschlussstelleWir alle haben es noch deut­lich in Erin­ne­rung, als die Allee­stra­ße gesperrt war und der gan­ze Ver­kehr über die Brun­nen­feld- und Münch­ner Stra­ße umge­lei­tet wor­den ist.

Als Nächs­tes steht die Bau­maß­nah­me an der B13 in Fah­renz­hau­sen an. Der geschätz­te Bau­be­ginn soll hier das drit­te Quar­tal 2018 sein. Auch hier wird es für die Haim­hauser Bür­ge­rin­nen und Bür­ger wie­der sehr anstren­gend und belas­tend.

Danach kommt der Aus­bau der Auto­bahn­an­schluss­stel­le A92-B13.

Am Diens­tag, den 27.02.2018 fand die Vor­stel­lung der 1ten Tek­tur der Auto­bahn­di­rek­ti­on Süd­bay­ern in der Sport­gast­stät­te im Inhau­ser Moos statt. Der Raum war sehr gut gefüllt.
Die Damen und Her­ren der Auto­bahn­di­rek­ti­on stell­ten dabei den Plan für den Bereich A92-B13 vor.

Laut­stär­ke: Es wird ein „Flüs­ter­asphalt“ ver­wen­det, der die Lärm­be­las­tung um -5dB(A) min­dern soll. Der alte Belag hat eine Lärm­be­las­tung von +2dB(A), was somit ins­ge­samt eine Ent­las­tung um -7dB(A) gegen­über der jet­zi­gen Situa­ti­on brin­gen soll. Zusätz­lich wer­den Lärm­schutz­wäl­le und -wän­de ein­ge­setzt. Somit sol­len fast alle Gebäu­de im Inhau­ser Moos die gefor­der­ten Lärm­wer­te errei­chen, ohne dass hier zusätz­lich mit Schall­schutz­fens­tern gear­bei­tet wer­den muss.

Ver­kehr aus dem Nor­den (Haim­hausen, Fah­renz­hau­sen): Für den Ver­kehr aus Nor­den in Rich­tung Auto­bahn wur­de von der Auto­bahn­di­rek­ti­on nur eine „aus­rei­chen­de“ Lösung prä­sen­tiert, mit dem Hin­weis, dass der Bund nur „aus­rei­chen­de“ Vor­ha­ben finan­ziert und kei­ne gute bzw. sehr gute Lösun­gen. Wo liegt das Pro­blem? Wie schon jetzt müs­sen die Fahr­zeu­ge, die aus Nor­den Rich­tung A92-Feld­moching fah­ren wol­len, links auf die Auto­bahn abbie­gen (mar­kier­ter Kreis), was durch eine Ampel­an­la­ge gere­gelt wird. Somit ist es sehr wahr­schein­lich, dass sich die Fahr­zeu­ge in den Mor­gen­stun­den wie­der zurück bis zum Mai­steig stau­en.
Bür­ger­meis­ter Peter Fel­ber­mei­er: „Wir wer­den mit unse­ren Exper­ten die Situa­ti­on prü­fen und eine ent­spre­chen­de Ein­wen­dung erhe­ben, so dass direkt von der B13 rechts auf die A92 Rich­tung Feld­moching abge­bo­gen wer­den kann“
A92 nach USH: Die Fahr­zeu­ge aus dem Osten, die über die Auto­bahn nach USH fah­ren wol­len, müs­sen hier wie bis­her links (jetzt offi­zi­ell mit zwei Links­ab­bie­ger­spu­ren) abbie­gen und auf der B13 Rich­tung Süden fah­ren. Es wur­de von Bür­gern ange­merkt, dass die­se Stel­le sehr unfall­träch­tig ist und die­se sehen hier kei­ne Ver­bes­se­rung. Danach müs­sen die­se Fahr­zeu­ge über die Auto­bahn­brü­cke, rechts die Abfahrt hin­un­ter und dann scharf rechts abbie­gen. Raus aus USH auf die Auto­bahn in Rich­tung Osten geht dafür sehr gut, dank einer Unter­füh­rung und ohne Ampel auf der B13– ein ech­ter Gewinn für USH.

Rad­fah­rer: Für Rad­fah­rer wird es dann span­nend. Hier sieht die Auto­bahn­di­rek­ti­on einen zwei Meter brei­ten Strei­fen für die Rad­fah­rer vor (leicht Rosa Linie). Ein Rad­fahr­schnell­weg, bei dem die Rad­ler bis zu 30km/​h (E-Bikes) fah­ren kön­nen, wird nicht umge­setzt. Nach vie­len Nach­fra­gen der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger wur­de der Ein­druck ver­mit­telt, dass die Auto­bahn­di­rek­ti­on den Schwer­punkt auf die Autos setzt und nur eine sehr ein­fa­che Lösung für die Rad­ler plant – das Ver­kehrs­auf­kom­men der Rad­fah­rer wur­de nicht ermit­telt. Von vie­len aus dem Inhau­ser Moos wur­de eine eige­ne klei­ne Brü­cke nur für Fuß­gän­ger und Rad­ler gewünscht – ganz nach dem Mot­to von Innen­mis­ter Herr­mann „Bay­ern setzt auf Fahr­rad­fah­rer: Der Frei­staat will den Anteil des Rad­ver­kehrs am Gesamt­ver­kehrs­auf­kom­men bis zum Jahr 2025 auf 20 Pro­zent stei­gern.“. Herr Pei­ker (Ltd. Bau­di­rek­tor) mein­te dann nur „Fin­den Sie jemand, der die Kos­ten für den Bau und den Unter­halt zur Ver­fü­gung stellt und wir bau­en ihnen die­se Rad­brü­cke – dies kann auch jeder­zeit nach der Fer­tig­stel­lung der Anschluss­stel­le erfol­gen.“

Bus­hal­te­stel­le: Inter­es­sant war auch ein Bei­trag, der nach der Bus­hal­te­stel­le gefragt hat. Bis jetzt fährt der Lini­en­bus vom Mai­steig die ers­te Abfahrt ins Inhau­ser Moos von der B13 ab, nimmt die Fahr­gäs­te auf und biegt bei der Ampel wie­der auf die B13 ab. Die ers­te Abfahrt wird es aber zukünf­tig nicht mehr geben.

Park­platz: Durch die Fahr­bahn­ver­le­gung der B13 Rich­tung Osten kann nörd­lich der Anschluss­stel­le auf der jet­zi­gen Fahr­bahn­füh­rung der B13 ein P+M Park­platz ent­ste­hen, auf dem 80 Fahr­zeu­ge Platz fin­den. Die Befürch­tung der Anlie­ger ist dabei, dass der an- und abfah­ren­de Ver­kehr die Ampel­kreu­zung zusätz­lich belas­ten wird.

Bau­zeit: Herr Pei­ker (Ltd. Bau­di­rek­tor) gab hier fol­gen­de Eck­da­ten an: Wenn kei­ne Ein­wän­de, Kla­gen etc. erfol­gen, dann könn­te der Beschluss der Regie­rung von Ober­bay­ern Ende 2019 erfol­gen. Die Pla­nun­gen für die Aus­schrei­bun­gen etc. dau­ern ca. ein Jahr. Dies bedeu­tet, dass bei idea­len Bedin­gun­gen 2021 mit dem Bau begon­nen wer­den kann, der mit vier Jah­ren Bau­zeit ver­an­schlagt ist. Bis auf kur­ze Sper­run­gen (über Nacht bzw. 2 – 3 Tage) soll die Que­rung der A92 wäh­rend der Bau­zeit mög­lich sein. Was aber sicher zu Pro­ble­men füh­ren wird, ist der Bau­ver­kehr, der zusätz­lich alle im Umfeld belas­ten wird.

Nach der Pro­gno­se für das Jahr 2030 ist der Aus­bau der Auto­bahn­an­schluss­stel­le drin­gend not­wen­dig und auch sinn­voll. Was aber gera­de für die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger aus dem Nor­den wich­tig ist, dass sich kein Rück­stau wie bis­her zum Mai­steig bil­det. Hof­fen wir, dass die Ein­wen­dung des Bür­ger­meis­ters noch Erfolg hat.
Unab­hän­gig davon kann jeder Bür­ger gegen die Pla­nung (der kom­plet­te Plan mit allen Gut­ach­ten etc. ist online ver­füg­bar) Ein­wen­dun­gen vor­brin­gen – die Frist muss aber ein­ge­hal­ten wer­den.

Die CSU setzt sich wei­ter für die „Rech­te“ und Anlie­gen der Gemein­de­bür­ger in die­sem Ver­fah­ren ein und ver­sucht, eine Ver­bes­se­rung der Kreu­zungs­si­tua­ti­on und der The­ma­tik der Rad­fah­rer zu errei­chen.

Ihr Micha­el Nie­der­mair

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